Weinqualitäten

Das deutsche Weingesetz gibt detaillierte Richtlinien vor, wie die Weine bezeichnet und klassifiziert sein müssen. Diese Angaben – zusammen mit den Bezeichnungen zu Herkunft, Jahrgang und Rebsorte – kann der Weinliebhaber dem Etikett entnehmen. Folgender Überlick soll zur ersten Orientierung dienen

 

Tafelwein

Er ist meist ein eher leichter Wein mit wenig Alkohol und muss aus amtlich zugelassenen Rebsorten bestehen. Eine interessante, anspruchsvolle Alternative hierzu ist der schwäbische Landwein.

 

Qualitätswein

90 % der württemberischen Weine machen die Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete (QbA), die besonders strenge Kriterien erfüllen müssen.

 


Qualitätsweine mit Prädikat
- die Prädikate:

Kabinettwein

Die erste Kategorie, muss je nach Rebsorte auf etwa 70 bis 85° Öchsle kommen, um diese Auszeichnung zu erhalten. Die Genossenschaften legen das Mostgewicht freiwillig 5 Öchslegrade höher als gesetzlich vorgeschrieben.

 

Spätlese

Über dem Kabinett liegt die Spätlese, die beileibe nicht immer später gelesen wird, aber durch den höheren Zuckergehalt und mehr Extrakt in der Traubenmaische einfach mehr Volumen und Geschmacksfülle mitbringt.

 

Auslese

Selten unter 100 Öchslegraden angesiedelt, gelingt eine Auslese nicht in jedem Jahr. Faktoren wie Wetter, Gesundheitszustand der Trauben oder Vegetationsverlauf müssen mitspielen.

 

Beerenauslese

Hier werden tatsächlich in Handarbeit lange am Stock gereifte, gesunde Beeren von fauligen oder angeschlagenen Beeren getrennt. Dass die Menge gering aber der Geschmack ganz groß ist, versteht sich da von selbst.

 

Trockenbeerenauslese

Die reifste und rarste Stufe. Die Beeren sind unter der Wirkung von Edelfäule eingeschrumpelt, wodurch sich die Aromen auf die absolut geringe verbleibende Flüssigkeit konzentrieren. Trockenbeerenauslesen weisen über 150 Oechslegrade auf.

 

Eiswein

Eiswein ist eine Spezialität, die in Württemberg Spitzenqualitäten hervorbringt. Eine Eisweinernte ist nur möglich bei mindestens -7°C. Dann gefriert das Wasser in den Beeren so stark, dass beim Pressen nur ganz wenig rein konzentrierter Traubensaft aus der Presse rinnt - das Wasser bleibt als Eisklumpen in der Presse. Je kälter desto dichter das Konzentrat. Der Lohn der kalten Finger ist ein süßer Dessertwein mit guter Säurestruktur und einer atemberaubenden Aromenvielfalt.

 

Premiumweine

Es sind Weine, denen der Kellermeister sein ganzes Herz schenkt, deren Wachstum, Keltern und Ausbau er besonders sorgsam im Auge behält. Weine, mit denen die Wengerter zeigen können, welches Potenzial in ihnen steckt. Immer häufiger lässt der Kellermeister seiner Kreativität freien Lauf und bedient sich der traditionellen, internationalen Methoden der Vinifizierung. Und da ist, vorwiegend für Rotweine, heute oft der Ausbau in kleinen Holzfässern angesagt, den sogenannten Barriques. Der Wein erhält dadurch einen ganz eigenen Charakter, wird voluminöser, kräftiger, entwickelt andere Aromen und besitzt in vielen Fällen ein deutlich verbessertes Alterungspotenzial als ein Wein, der im Stahltank oder dem großen Eichen- oder Kastanienholzfass ausgebaut wurde.

 

Cuvées

Grundlage bilden verschiedene Rebsorten, die dem Wein „das Beste aus verschiedenen Sorten“ mitgeben. So gibt es beispielsweise Cuvées aus den Sorten Lemberger (für das Säuregerüst), Spätburgunder (für die Frucht) und Dornfelder (für die Farbe und das Jugendlich-Ungestüme). In diesen Fällen werden die Rebsorten getrennt voneinander ausgebaut und erst vor der Flaschenabfüllung miteinander verschnitten – wobei auch hier wieder der Kellermeister sein Händchen für Ausgewogenheit und einen runden Geschmack beweisen kann.